2011 China Peking

Wir haben uns ganz besonders über die Einladung vom Auswärtigen Amt in China gefreut, unser Klima Projekt in Zusammenarbeit mit dem Goethe Institut und der Deutschen Botschaftsschule Peking durchführen zu können.

Hier der Bericht von Michaela Villinger, Leiterin der Theater AG der Deutschen Botschaftsschule Peking und der Bericht von Madeleine-Friederike Pietsch, Deutsche Botschaft Peking.

Projektberichte „Kinder Können Klima…“ der Theater AG Deutsche Botschaftsschule Peking (Klasse 5-8) und der Theatergruppe „Moin,Moin“ des Goethe-Institut Peking

„Wieso dürfen wir manchmal in den großen Pausen nicht auf den Schulhof?“
„Warum sind die Luftmesswerte schon wieder besorgniserregend hoch?“
Diese und ähnliche Fragen stellten sich unsere Schüler und Schülerinnen in diesem Jahr gehäuft, da die Luftverschmutzung im Ballungszentrum von Peking in 2011 wieder stark zugenommen hat. Der Sportunterricht im Freien fiel zuweilen aus und während der Pausen mussten sich alle immer wieder im Schulgebäude aufhalten.
Eine Auseinandersetzung mit Fragen des Klimaschutzes ist für uns alle zwingend – warum sich also nicht dem Thema künstlerisch nähern.

Das Angebot der deutschen Botschaft in Peking die künstlerische Begleitung im Rahmen eines Theaterprojekts zu vermitteln, wurde von Schülern und Schülerinnen der deutschen Botschaftsschule Peking und jungen Erwachsenen, die am Goethe-Institut Peking die deutsche Sprache erlernen, begeistert aufgegriffen. An beiden deutschen Bildungs-einrichtungen gibt es mindestens eine Theatergruppe.
So nahmen neun Mitglieder der Gruppe „Moin, Moin“ des Goethe-Instituts und neun Hobbyschauspieler der Theater-AG (Klasse 5-8) der deutschen Botschaftsschule Peking im November 2011  an einem Workshop in der Schule teil.

Geleitet wurde der Theaterunterricht von Kai Meister und Stefanie Siebers, die seit fünf Jahren in Schulen in Deutschland Projekte zum Thema Klima und Umwelt durchführen.

Gemeinsam mit den Teilnehmern beider Theatergruppen wurde ein etwa 30 minütiges Theaterstück erarbeitet. Hierbei dienten die Ideen der Workshop Teilnehmer als Hauptgrundlage für die inhaltliche Gestaltung der Geschichte.

Schlussbild der Aufführung

Am Sonntag dem 20.11.2011 wurde die Inszenierung in der deutschen Botschaft  vor ca. 100 Zuschauern (darunter auch etliche chinesische Zuschauer) uraufgeführt. Eine zweite Aufführung erfolgte am 09.12.2011 im Goethe-Institut anlässlich der dortigen Veranstaltung „Tag der offenen Tür“, die ca. 250 Interessenten verfolgten. 90% der anwesenden Zuschauer waren Chinesen, die die deutsche Sprache im Goethe-Institut erlernen oder deutsche Ehepartner haben. Sowohl die Wahl des Themas als auch die künstlerische Aufarbeitung wurden durchweg positiv kommentiert und eine dritte Aufführung ist für Ende Februar 2012 für die Grundschüler der deutschen Botschaftsschule Peking in der Schule vorgesehen.

Die altersmäßig nicht sehr homogene Zusammensetzung der Schauspielgruppe stellte sich im Nachhinein als Glücksfall heraus. Mit sehr viel Einfühlungsvermögen und Verständnis begegneten die chinesischen Mimen den deutschen Jungschauspielern. Andererseits hat die Präsenz von Kindern auch dazu beigetragen, dass sich die jungen Chinesen, die die deutsche Sprache teilweise erst seit ein bis zwei Jahren erlernen, in der Improvisation viel ungezwungener gaben, als wenn sie mit Erwachsenen zusammen gespielt hätten.

Insgesamt hat das Projekt allen Beteiligten sehr viel Spaß gemacht und soll im nächsten Jahr mit Beteiligung der deutschen Botschaft weitergeführt werden. Auch die Verbindung zum konnte durch dieses gemeinschaftliche Projekt intensiviert werden. Nicht zuletzt haben die deutschsprachigen Jugendlichen Kontakte zu Chinesen hergestellt und durch das Theaterstück im Ansatz ein Bewusstsein für nachhaltiges Denken und Handeln entwickeln können.

Michaela Villinger, Januar 2012

 

Der Workshop befasste sich im Kern mit dem menschlichen Einwirken auf Klima und den Rückwirkungen des Klimawandels auf Natur und Mensch. Am Beispiel (mangelnder) Kommunikation über Klimapolitik im chinesischen familiären Alltag sowie Handlungsoptionen für Schüler wurde diese Gegenseitigkeit in dem Theaterstück von den jugendlichen Darstellern herausgestellt. Neben Vermittlung fachlicher Inhalte wurde ein Impuls für die Relevanz individuellen Handelns für die Umwelt und Gestaltungs-möglichkeiten einer Gruppe gesetzt. Der interkulturelle Austausch belebte die Ausein-andersetzung. Das Theaterstück wurde im vollbesetzten Veranstaltungssaal der Botschaft aufgeführt; ein Grußwort durch die Klimareferentin und ein Empfang am Anschluss rundeten die Veranstaltung ab.

Auf Eigeninitiative wurde das Stück erneut im Dezember am Tag der Offenen Tür des Goethe-Instituts aufgeführt, eine weitere Aufführung in der Deutsche Schule ist geplant. Die Botschaft sieht Vorschlägen für weitere Vorhaben in diesem Jahr gerne entgegen – sei es zur Vertiefung mit den gleichen Partnern und ggf. auch außerhalb Pekings an PASCH-Schulen. Das Theater Team „Die Mimosen“ erarbeitet zur Zeit ein entsprechendes Konzept.

Madeleine-Friederike Pietsch, Januar 2012

 

Inhaltsangabe des von den Teilnehmern selbst konzipierten Theaterstücks:

Der in China ansässige deutsche Handelsvertreter Herr Hohei kauft eine Million Eisbär-Stoffbären für den deutschen Markt. Kurz nach Vertragsabschluss erhält er die Nachricht, dass sich auf dem deutschen Markt keine Eisbären mehr absetzen ließen, da die Eisbären ausstürben und sie nun keiner mehr wolle. Herr Hohei kann den Vertrag nicht mehr rückgängig machen und so beschließt er – zusammen mit seiner chinesischen Geschäftspartnerin –  die Eisbären braun färben zu lassen und dadurch in Teddybären umzufunktionieren.
Seine beiden Kinder, die bereits einen Eisbären als Werbegeschenk erhalten hatten, weigern sich, diesen wieder herauszugeben und informieren ihre Freunde darüber, dass die niedlichen Eisbären im Begriff sind auszusterben.
Dies beschäftigt alle beteiligten Kinder sehr. Da ihre Eltern ihnen nicht sagen können, weshalb die Eisbären aussterben werden, informieren sie sich im Internet und erfahren, dass die hohe Luftverschmutzung und der gestiegene CO2 Gehalt eine Klimaveränderung verursachen, was zum Abschmelzen des Polareises führt.  Die Kinder fordern ihre Eltern auf, etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen, doch sie hören nur Allgemeinplätze wie: „So schlimm ist das doch gar nicht“ oder „Ich habe keine Zeit, ich muss mich um Oma und Opa kümmern“ oder „Ich muss arbeiten und du musst jetzt auch zu deinem Tanzunterricht“.
Da beschließen die Kinder, vor der Fabrik zu protestieren, in welcher bereits die Umfärbung der Plüschtiere vorgenommen wird. Sie lassen sich vom Fabrikbesitzer nicht zum Heimgehen umstimmen, so dass dieser die dort als Arbeiter beschäftigten Eltern auffordert, die Kinder wegzutragen.  Anfänglich scheint es so, als würden sie dem Befehl Folge leisten wollen, zumal der Fabrikbesitzer mit Entlassung gedroht hatte. Doch dann stellt sich heraus, dass sie insgeheim doch über die Beseitigung der Luftverschmutzung nachgedacht hatten und sie unterbreiten dem Fabrikeigner den Vorschlag, die Fabrik so umzubauen, dass das giftige CO2 aus der Luft abgesaugt und verpackt werden könne. Dieser kalkuliert diesen innovativen Vorschlag und errechnet sich einen Gewinn. Deshalb ist er bereit, die Fabrik zur CO2-Absauganlage umzufunktionieren. Gemeinsam machen sich Kinder und Erwachsene an die Arbeit.

Kontakt zu den beteiligten Einrichtungen:

Auswärtiges Amt, Deutsche Botschaft Peking
Ansprechpartnerinnen sind Frau Cordula Geinitz
Email: wi-5@peki.auswaertiges-amt.de
sowie Frau Madeleine-Friederike Pietsch
Email: en-10@peki.auswaertiges-amt.de

Goethe-Institut Peking
Ansprechpartnerin für die Theatergruppe „Moin, Moin“ ist Frau Uli Ostertag,
Email: uliostertag52@googlemail.com

Deutsche Botschaftsschule Peking
Ansprechpartnerin für die Theater AG ist Frau Michaela Villinger
Email: Michaela.Villinger@dspeking.net.cn

Mitwirkende am Projekt in Peking 2011

 

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