2013 Indonesien Jakarta

Unser besonderer Dank gilt auch diesmal wieder dem Auswärtigen Amt in Berlin, welches unsere Projekte aus dem Klimafonds fördert.

In der Zeit vom 8. Oktober bis zum 20. Oktober haben wir mit 19 Deutschstudenten der Universitas Indonesia eine Bühnenperformance zum „Umweltschutz und Klimawandel in Indonesien“ erarbeitet und auf dem JERIN–FESTIVAL zweimal aufgeführt.

Ankündigung des Festivals in Jakarta

Das Festival wurde in Zusammenarbeit von EKONID (Deutsch-Indonesische Industrie- und Handelskammer) und der Deutschen Botschaft in Jakarta organisiert. Auf dem Festival haben sich die deutschen Mittler, wie z.B. Goethe-Institut, DAAD, GIZ und verschiedene Firmen dargestellt und mit eigenen Programmpunkten eingebracht. Hier geht es zum Bericht (PDF Dokument) über das Festival, den die Deutsche Botschaft im Rahmen ihrer Internetseite veröffentlicht hat:   Deutsche Botschaft Jakarta – JERIN Festival 2013

Eingeladen waren wir von der Deutschen Botschaft in Jakarta. Organisiert und vorbereitet wurde unser Projekt von Herrn Michael Hoffmann – Leiter der Kultur- und Presse Abteilung, von Frau Ingeborg Seitz – Kultur- und Presse Referat und von Frau Gabriele Otto – DAAD-Lektorin, UI Jakarta/Indonesien.

Das Team der Deutschen Botschaft

Indonesien nimmt im Klimaschutz-Index 2014 (Herausgegeben von Germanwatch und CAN) unter 58 analysierten Staaten Platz 34 ein. Zum Vergleich: Deutschland liegt dort auch „nur“ auf Platz 19. Die Länder die am besten abschneiden sind Dänemark, Großbritannien und Portugal. (Hier gibt es alle Informationen zum Download: Klimaschutz-Index 2017)

In Indonesien werden jährlich mehr als 2 Millionen Hektar Urwald gerodet und zu Palmölplantagen umgewandelt oder landen in der Papier- und Möbelherstellung. (Palmöl wird zu einem Großteil zur Herstellung von Bio-Sprit und in der Lebensmittel- und Kosmetikherstellung verwendet) Eine nachhaltige Bewirtschaftung wird selten angestrebt, bestehende Gesetze werden durch Korruption oder einseitige Verträge mit ausländischen Firmen unterlaufen.

Die Studenten die sich für den Workshop zum Thema „Klima – Umwelt“ angemeldet hatten waren von Anfang an äußerst motiviert und spielfreudig. Neben der Lust auf das Theaterspiel waren sie sehr daran interessiert ein Stück zu gestalten, dass sich mit den vielfältigen Umweltprobleme ihres Landes auseinandersetzt.

Proben zum Tanz

Wie sich bei unserer Vorarbeit heraus stellte war das Vorwissen der Workshop Teilnehmer sehr unterschiedlich. Während manche dachten die hohe Palmölproduktion entstünde durch den eigenen großen Verbrauch beim kochen, war anderen sehr wohl bewusst in welchem Maße ihr Land von international tätigen Konzernen oder eigenen Unternehmen ausgebeutet wird.

Vor diesem Hintergrund wurden viele sehr unterschiedliche Szenen improvisiert und es gab lange, intensive Diskussionen über die letztendliche Auswahl für die Theateraufführung.

Am Ende entschieden sie sich für eine Geschichte in der die Insel Java verlassen werden musste, da sie auf Grund der Umweltbelastungen nicht mehr bewohnbar war. Nur durch den mutigen Einsatz einer handvoll junger Studenten, die mit innovativen Ideen dem Ausverkauf ihrer Natur begegneten, konnte die Insel wieder gesäubert werden.

Aus deutscher Sicht mag dieser Inhalt vielleicht etwas „banal“ wirken. Allerdings sollten wir bedenken, dass es in Jakarta schon ein großer Erfolg ist wenn die Bevölkerung ihren Müll nicht auf der Straße verbrennt oder alles was stört in die Flüsse kippt.

Und – wir führen diese Projekte nicht durch weil wir als Deutsche glauben wir könnten es besser, sondern um die Gedanken und Gefühle junger Menschen weltweit in Bühnengeschichten zu verwandeln und diese zur öffentlichen Diskussion zu stellen.

Wir haben hier ein paar Zuschauer- und Teilnehmerreaktionen als PDF Dokument eingefügt, wodurch die Einordnung dieser Projektarbeit vielleicht ein wenig leichter fällt: Zuschauer und Teilnehmer Reaktionen Jakarta 2013


Das JERIN Theater Team

 

Auszüge aus dem Text den die Studenten selbst entwickelt haben:

Tiara: Ist Bali auch Indonesien?

Raicha: Klar! Alle kennen Bali, aber niemand weiß, dass das Indonesien ist.

Und unser Land hat noch viele andere schöne Sachen zu bieten.

Eine Sirene heult!

Annisa: Achtung, Achtung!, sie müssen sofort Java verlassen.

 

Sarah: Ihr Leben ist in Gefahr, wenn sie hierbleiben.

Annisa: Es gibt nicht mehr ausreichend Sauerstoff.

Sarah: Und ein tödliches Virus breitet sich aus.

Annisa: Sie müssen ihre Autos und Motorräder stehen lassen.

Sarah: Sie haben drei Stunden Zeit Java zu verlassen!

 

Java wird geräumt

Zwei Tage später auf Borneo…

Annes: Was können wir machen?

Aurelia: Keine Ahnung, es gibt nichts.

Annes: Es ist sehr langweilig, es stresst mich!

Lucky: Wir haben so wenig zu Essen und zu Trinken.

Tomo: Wichtiger ist die Frage, warum sind wir hier.

Vesti: Das ist wegen dir passiert.

Sarah: Wegen mir?

Raicha: Du hast immer, immer, immer den Müll auf die Straßen geworfen.

Sarah: Aber sie kauft jeden Tag neue Kleider!

Biba: Aber er hat immer die Klimaanlage an.

Rijar: Na und? Er raucht zu viel!

Farris: Tja und was ist mit ihrer Familie und deren Fabrik!

Nur: Genau! Du bist schuldig..

Zenia: Hört auf! Du bist schuldig, du bist schuldig und du auch!

Ich bin auch schuldig.

Wir sind alle schuldig.

Aber wir müssen uns nicht streiten, wir müssen etwas tun.

Guten Morgen, ich habe hier meinen alten Fernseher, er ist kaputt und man kann ihn nicht mehr reparieren.

Ah, verstehe, sie wollen ihn recyceln?

Genau! Ich wollte fragen, ob sie ein Telefon daraus herstellen können?

Natürlich! In einer Woche können sie das Telefon abholen.

Raicha: Ich habe einen Traum, ich will Journalistin werden.

Diani: …ich möchte dafür sorgen, dass die Eisbären in der Zukunft noch am Nordpol leben können.

Lucky: …ich möchte ein Reisebüro eröffnen, so dass viele Touristen nach Indonesien kommen können.

Vesti: ..ich will Sängerin werden.

Tomo: …ich möchte eine kostenlose Schule eröffnen, damit alle eine Bildung bekommen können.

Annes: …ich möchte meinen Master absolvieren und die Firma meiner Familie ausbauen.

Tiara: …ich möchte einen Zoo eröffnen, weil ich Tiere sehr liebe.

Bila: …ich möchte Designerin werden für ökologische Kleidung.

Aurelia: …ich möchte ein kleines Haus im Wald haben, wo ich mich mit der Mutter-Erde verbinden kann.

Reijar: …ich möchte Diplomat werden und ein grünes Indonesien repräsentieren.

Zelia: …ich will eine Produktionsfirma haben, um gute Programme senden zu können.

Farris: …ich will ein bekannter Schlagzeuger werden und mit meiner Band um die Welt reisen.


Das Festival am Abend

 

 

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